Ein Stationäres Hospiz für Jena

von Sebastian Pester

AWO plant Neubau in Lobeda-Ost

 

Die AWO Jena-Weimar hat heute offiziell die Pläne zur Errichtung und Betreibung eines Stationären Hospizes bekannt vorgestellt. Sie stellen ein ergänzendes Angebot zum umfangreichen Dienstleistungsspektrum dar. MdB Volker Blumentritt (SPD) nannte das Vorhaben heute sogar: „einen Meilenstein im sozialen Engagement der AWO". Geführt durch den Jenaer Hospizverein gibt es in der Stadt bereits ein ambulantes Angebot. Umso erfreulicher ist es, dass der Verein auch bei diesem neuen Projekt mit im Boot ist und seine Kompetenzen einbringt. „Wir sehen der Errichtung mit großer Freude entgegen und sind dankbar", pflichtete der Vereinsvorsitzende Prof. Dr. Bernd Wiederanders heute bei. Zwischen AWO und Hospizverein soll ein Kooperationsvertrag geschlossen werden, um die Tätigkeiten der Haupt- und Ehrenamtlichen effektiv zu vernetzen. Auch das Jenaer Uni-Klinikum, dass seit kurzem eine Palliativstation betreibt ist an der Errichtung eines Stationären Hospizes in räumlicher Nähe sehr interessiert. „Ein Hospiz ist dringend notwendig", sagte heute Prof. Dr. med. Klaus Höffken, Direktor des Klinikums. „Das Hospiz ist gleichsam der Schlussstein eines Gewölbes, dass die Tragfähigkeit der Hospizidee erst gewährleistet", so Höffken weiter.

Sterbebegleitung ist insbesondere in den AWO-Senioreneinrichtungen Bestandteil der täglichen Arbeit. Dahinter steht auch die Überzeugung, dass der Sterbeprozess kein Tabu sein darf. Um der Verunsicherung bei diesem Thema entgegenzuwirken, bedarf es einer professionellen Arbeit. Fachliche Basis dafür findet sich in der von den Krankenversicherungsträgern anerkannten Zusatzausbildung „Palliative Care" für entsprechende Fachkräfte.

Der AWO Kreisverband Jena-Weimar lässt Führungskräfte und Mitarbeiter der drei Seniorenzentren und zwei Ambulanten Pflegedienste schulen, um die Implementierung dieser Thematik flächendeckend in den Einrichtungen zu steuern. Entwickelt werden soll in Anlehnung an das Leitbild eine eigene AWO-Abschiedskultur.

Die Schulungsteilnehmer absolvieren eine 160-stündige Ausbildung. Darin werden ihnen u.a. juristische Informationen (Patienverfügung, Vorsorgevollmacht…) aber auch medizinische und gesellschaftliche Fragen (Was bedeutet Selbstbestimmung?"…) nahe gebracht.

Im Prozess der Sterbebegleitung sollen auch aktiv ehrenamtliche Strukturen eingebunden werden. Im Rahmen eines Freiwilligenmanagements erfolgt dabei auch ein Rückgriff auf vorhandene, etablierte Angebote, wie z.B. den Hospizvereine.

Die flächendeckende „Palliative Care" Ausbildung ist Bestandteil der Leitlinien des AWO-Bundesverbandes.

Die Palliativ-Pflege rundet das Dienstleistungsspektrum der pflegerischen Angebote des Kreisverbandes ab.

Die Baumaßnahme in der Breitscheidstraße 2 in Lobeda-Ost wird etwa 2 Mio. Euro kosten. Für einen Teil der Summe wurde ein Antrag auf Mittel aus dem Konjunkturpaket II gestellt.

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