Viele Hände, schnelles Ende

von Sebastian Pester

Großumzug der AWO in Lobeda-Ost

Kita-Leiterin Gudrun Leimcke und Facilitymanager Robert Curth montieren das "Zwergenland"-Schild am Ausweichstandort in der Rudolf-Breitscheid-Straße 2
Kita-Leiterin Gudrun Leimcke und Facilitymanager Robert Curth montieren das "Zwergenland"-Schild am Ausweichstandort in der Rudolf-Breitscheid-Straße 2

Jena. Wehmut kommt kaum auf. Die Freude überwiegt deutlich beim Umzug der Einrichtungen aus der Kastanienstraße 11 in die Rudolf-Breitscheid-Straße 2. Bedeutet das doch, dass ein Gebäude in die Kur kommt, welches noch an allen Ecken und Enden den fragwürdigen Charme längst vergangener Zeiten versprüht. Zuvor muss jedoch Baufreiheit geschaffen werden. Die Bauplaner haben sich entschieden, das Vorhaben in einem Zug umzusetzen.

Schwierig war dabei aber die Suche nach einem adäquaten Ausweichobjekt, welches möglichst in der Nähe der zu sanierenden Immobilie liegt. Nach längerer Suche wurde die AWO schließlich in der Breitscheidstraße 2 fündig. Die alte Schule stand drei Jahre lang leer, was dem Zustand des Gebäudes alles andere als zuträglich war. Die technischen Anlagen mussten wieder in Betrieb genommen werden. Die Sanitäranlagen wurden für die provisorische Nutzung als Kindergarten umfangreich angepasst. Sämtliche Räume wurden vom Hausmeisterteam malermäßig instandgesetzt. Ein weiterer großer Posten war zudem die Umsetzung der Brandschutzauflagen. „Die Zusammenarbeit mit dem Vermieter KIJ und den städtischen Ämtern klappte dabei in allen Fragen tadellos.“ lobt Robert Curth, Facilitymanager des Kreisverbandes.

Auch im Außerbereich gab es jede Menge zu tun. Der mehrere 1.000 m² große Garten glich eher einer Wildnis, als einem Spielparadies für 1-7-Jährige. Der Wildwuchs wurde entfernt und die alten Klettergerüste demontiert. Der Inhalt des Sandkastens wurde ausgetauscht.

Seit einigen Tagen ist der Kraftakt nun vollbracht und der Umzug kann erfolgen. Am Donnerstag und Freitag wechselt nun der Integrative Kindergarten „Zwergenland“ sein Domizil. Am Montag sind der Ambulante Pflegedienst und der Fachdienst für Migration und Integration an der Reihe. Ca. 300 m³ Umzugsgut werden dabei von Hausmeistern, Mitarbeitern und weiteren Helfern bewegt. Alle Einrichtungen öffnen ab Mittwoch wieder ihre Türen.

Ca. 1 Jahr soll die Sanierung der Kastanienstraße 11 dauern. 2,2 Mio. Euro beträgt die geplante Investitionssumme. Während dieser Zeit wird auch am inhaltlichen Konzept des neuen „AWO-Zentrums Lobeda“ gefeilt. Der Gedanke einer stärkeren Vernetzung der einzelnen Angebote aber auch dem Wohnumfeld soll dabei eine stärkere Rolle spielen. „Wir sind davon überzeugt, dass Kindertageseinrichtungen nicht nur Orte für Kinder sein sollen, sondern auch ein Treffpunkt für Eltern, ein Ort der Elternöffentlichkeit und der Elternbildung.“, so Frank Albrecht, Vorstandsvorsitzender des AWO-Kreisverbandes Jena-Weimar. Einmalig in Jena dürfte dabei die Idee einer „Elterncafeteria“ sein. Hier sollen sich Eltern ungezwungen austauschen über Alltägliches und Erziehungsfragen und dort auch voneinander Hilfe und Unterstützung erfahren. Denn gerade die Jüngsten sind von der körperlichen und emotionalen Verfassung der Eltern abhängig. Dort unterbreitete Bildungsangebote wirken dabei wie Beziehungsangebote. Ein zentraler Schwerpunkt der Elternarbeit wird auch die Integrationsarbeit sein. Der Fachdienst für Migration und Integration ist dafür seit vielen Jahren kompetenter und gefragter Ansprechpartner in der ganzen Stadt und darüber hinaus.

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